Was ist der Industrial-Style?

In unserer neuen Blog-Rubrik werfen wir einen genauen Blick auf verschiedenste Einrichtungsstile, erzählen euch Spannendes über deren Herkunft und Ursprünge, zeigen, welche Räume sich besonders gut dafür eignen, und geben praktische Gestaltungstipps – inklusive Statement-Pieces wie den passenden Goldacher-Türen. Den Anfang macht ein besonders urbaner Stil, der mit seiner rohen, unverfälschten Ästhetik begeistert: der Industrial Style.


Was versteht man unter dem Industrial Style?

Offene Grundrisse, hohe Decken, viel Beton, Stahl und Glas – und ein Feeling, als befände man sich in einer alten Fabrik- oder Lagerhalle. Das macht den rauen Charme des Industrial-Loft-Styles aus. Dieser Einrichtungsstil ist geprägt, durch ein urbanes Lebensgefühl, das Industriearchitektur vergangener Zeit mit Minimalismus und modernem Wohnkomfort verbindet.

Klassische Raumtrennung findet hier meist nicht statt, das Konzept ist offen und eine harmonische Kombination von Einfachheit und Komfort. Küche, Wohn- und Schlafbereich gehen oft fließend ineinander über, was einem fast schon ein künstlerisch-poetisches Gefühl von Freiheit beschert.

Große Fensterfronten sorgen in den meist durch grauen Beton, Massivholz und Stahl dominierten Räumen für viel Licht. Zentrale Merkmale wie die Verwendung von rohen Materialien (sichtbarer Beton, Ziegel, Stahlträger) oder unverkleidete Rohrleitungen setzten gezielt gestalterische Highlights, die den unverfälschten und etwas derben Charakter des Stils unterstreichen.

Oft wird der Stil von kontrastreichen Elementen unterstützt: Grobe Oberflächen treffen auf warme Akzente wie Holz oder Leder, die Dekoration wird durch Felle, Grünpflanzen oder Objekte aus natürlichen Materialien individualisiert. Die Möbel sind zudem meist im Vintage-Look gehalten, um den ausdrucksstarken, geschichtlichen Wohnstil besonders authentisch zu machen.

Geschichtliches und Ursprünge

Im Industrial Style verbindet sich Geschichte mit Moderne. Seine Wurzeln hat der Einrichtungsstil in der Architektur und Funktionalität der Industriegebäude des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Damals waren viele Städte – vor allem in Übersee – geprägt durch große, offene Fabrikgebäude mit Backsteinfassaden und Gusseisenkonstruktionen. Nach der industriellen Revolution lief die Produktion am Fließband – robuste Materialien, hohe Decken und große Fensterflächen für optimale Licht- und Luftverhältnisse prägten daher diese Hallen.

Als sich die Industrie in den 1940er Jahren aus den Innenstädten zurückzog, standen viele der Fabrikgebäude leer. Die ersten Mieter, die sich hier wohnlich einrichteten, waren Künstler und kreative Köpfe, die das Potenzial der Räume erkannten und sie nicht nur als Wohnfläche, sondern auch als Atelier oder Ausstellungsraum nutzten.

In den 1960er und 1970er Jahren fand in New York und London ein regelrechter Hype statt, was den Stil und die Gebäude betraf: Denn hier war viel Platz geboten und die Räume wurden (als Notlösung, da nur ein geringes Budget vorhanden war) rein funktional eingerichtet. Unverputzte Wände, sichtbare Stahlträger, Betonböden, freiliegende Ziegel und Rohre – also eigentlich eine „unfertige“ Ästhetik – wurden bald zum gestalterischen Prinzip, das die einzigartige Atmosphäre des Industrial Styles ausmacht.

Gebrauchtes Mobiliar wurde zu „Vintage-Pieces“, Abnutzungen und Patina als „Used-Look“ deklariert. In den 1980er und 1990er Jahren schwappte der Trend auch nach Deutschland über. Vor allem in den Großstädten, wo alte Industrieanlagen und Fabrikgebäude leerstanden, wurde der neue Trend (zunächst) in den kreativen Milieus etabliert.

In Berlin-Friedrichshain, -Mitte oder Prenzlauer Berg boten Plattenbauten und alte Werkhallen Künstlern und Designern Platz für alternative Wohnprojekte. Ebenso wie in NRW und Städten wie Essen, Dortmund, Duisburg oder Köln, wo der Rückgang der Kohle- und Stahlindustrie zahlreiche brachliegende Industrieflächen bereithielt. Oder in Hamburg (v. a. Altona und Ottensen): Hier wurden ehemalige Lagerhäuser (Kontorhäuser) und Werkstätten in Wohn- und Arbeitsräume umgewandelt, die heute wegen der Nähe zum Hafen besonders begehrt sind.

Beton, Ziegel & Stahl – die zentralen Elemente des Industrial-Loft-Styles

Drei Elemente schaffen im Industrial-Style eine besondere Symbiose aus Modernität, Funktionalität und Ästhetik: Beton, Ziegel und Stahl. Denn der Stil lebt von Materialien, die die ursprüngliche Form und Belastbarkeit der Räume unterstreichen und ihm seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.

  • Beton
    Beton wirkt puristisch, unfertig und roh – jedoch ohne steril zu sein. Er steht für urbane Klarheit, kühle Eleganz und eine raue, klare Robustheit. Seine nicht ganz glatte graue Oberfläche reflektiert Licht auf eine besondere Weise und schafft eine ruhige Atmosphäre, die in Kombination mit warmen Materialien wie Holz oder Leder einen spannenden, maskulin-eleganten Kontrast bildet.
  • Ziegel
    Ziegel sind das typische Merkmal alter Industriegebäude schlechthin. Die unregelmäßige Struktur und der rötlichbraune Ton haben gleichzeitig etwas Historisches, Warmes, aber auch Handwerklich-Traditionelles und Heimeliges. Sie erzählen nicht nur von der Vergangenheit des Gebäudes, sondern verleihen dem Raum auch Tiefe und Charakter.
  • Stahl
    Stahl verbindet Funktion und Design in einer kühlen, klaren Weise, die markante Akzente setzt. Sichtbare Trägerkonstruktionen gehören zum Industrial-Style ebenso dazu wie Stahlrahmen für Möbel oder Türen. Auch hier ist der Kontrast zwischen filigranen und kraftvollen Elementen prägend für die Ästhetik des Stils.

Passende Räume und Türen für den Industrial Style

Im privaten Wohnbereich eignen sich vor allem Lofts, Altbauwohnungen oder moderne Neubauten mit großzügigem Schnitt für den Industrial Style. Doch auch viele Hotels, Restaurants, Cafés und Bistros setzen auf den charmant-unvollkommenen Look. Ebenso ist der Stil beliebt in Großraumbüros, kleineren Arbeitsräumen, Künstlerateliers und Werkstätten mit Showroom-Charakter.

Stahl-Glas-Türen & Massivholztüren von Goldacher

Zum offenen Raumkonzept passen besonders gut Glasschiebetüren im Industrial Style – typisch mit schwarzen Metallrahmen, die auch unter dem Begriff „Loft-Glastüren“ bekannt sind. Sie ermöglichen eine transparente, lockere Raumtrennung und bringen viel Licht in den Raum. Die klaren Linien der Stahlrahmen unterstreichen die markante Optik, während die großflächigen Glaselemente für Lichtdurchflutung sorgen. In der Schiebetür-Ausführung bieten sie zudem platzsparende Eleganz.

* Copyright & Quelle: © LEBOdoors
** Copyright & Quelle: © LOBO HOME GmbH

In unseren Online-Broschüren finden Sie passende Systeme für den Industrie-Stil – darunter das Zugangs- und Raumsystem „Uniquin“ sowie die Metallglastüren-Serie „Metaxx“.

Doch es muss nicht immer Stahl und Glas sein: Auch robuste Massivholztüren oder hochwertige CPL-Türen können hervorragend zum Industrial Style passen.

Ein Beispiel ist die JELD-WEN CPL-Innentür Trend Concrete Anthrazit Optima aus der DuriTop-Kollektion. Ihre betonähnliche Farbgebung greift zentrale Elemente des Industrial Designs auf. Das minimalistische, glatte und schnörkellose Design entspricht dem reduzierten, funktionalen Charakter des Stils. Der dunkle Anthrazitton wirkt kühl und urban – was perfekt zu den typischen Farben Schwarz, Betongrau, Rostrot oder Grün passt. Die widerstandsfähige CPL-Oberfläche entfaltet ihre Wirkung besonders in urbanen Räumen mit Loft-Flair. Mattschwarze Türgriffe oder Edelstahlbeschläge runden den Fabrikhallen-Charme stilvoll ab.

Wer zum derben Charakter eine etwas elegantere, zurückhaltendere Tür bevorzugt (etwa bei dunklen Möbeln oder Metallakzenten), findet mit der JELD-WEN Urban Uni Trend Raven CPL-Tür aus der Optima-Kollektion eine passende Lösung. Das ebenso minimalistische Design wirkt in Schwarz besonders dezent und lässt sich hervorragend mit Vintage-Accessoires und Ziegelmauern kombinieren.

Auch Massivholztüren der Ecoline-Serie von MELU harmonieren sehr gut mit dem rauen Industrie-Stil. Besonders Ausführungen wie geräucherte Eiche bringen natürliche Wärme und handwerkliche Tiefe in den Raum. Sie bilden eine stilvolle Brücke zwischen rohem Material und wohnlicher Eleganz. Das lebendige Holz mit sichtbaren Ästen, Rissen und Maserungen verkörpert jene Unvollkommenheit, die den Industrial Style so einzigartig macht. Besonders gut passen sie zu Möbeln mit rustikaler Holzoptik, Ledersofas und Vintage-Designelementen.

Mehr Massivholztüren finden Sie auch in unserer Online-Broschüre.

*** Copyright & Quelle: JELD-WEN
**** Copyright & Quelle: MELU d.o.o.

Industrial-Style-Statement-Pieces und Einrichtungstipps

  • It-Pieces
    Vintage-Ledersofas, Industrielampen mit Metallgitter, offene Regalsysteme aus Stahl und Holz sowie großformatige Kunstdrucke sind echte It-Pieces für den lebendigen Industrial-Charakter.
  • Alt & Neu
    Ein Mix aus alten und neuen Einrichtungsgegenständen ist ideal: Vintage-Fundstücke lassen sich hervorragend mit modernen, funktionalen Möbeln kombinieren.
  • Warme, erdige Töne
    Der Stil lebt von natürlichen, warmen Tönen, wie z. B. Rostrot, Cognacbraun & Dunkelbraun, die sich perfekt mit den „Industrie-Farben“ Anthrazit, Betongrau oder Schwarz kombinieren lassen.
  • Farbakztene
    Immergrüne Zimmerpflanzen wie z. B. Monstera deliciosa, Zamioculcas zamiifolia (Glücksfeder), Ficus elastica (Gummibaum), Philodendron oder Aspidistra (Schusterpalme) setzen frische, lebendige Farbakzente und bringen organische Kontraste in den Raum.
  • Lichtkonzept
    Indirekte Beleuchtungen und große Fensterflächen sorgen für helle, lebendige Räume.
  • Beton- oder Backsteinwände
    „Unfertige“ Oberflächen sind typisch für den Industrial Style: Sichtbeton, unverputzte Ziegelwände oder freiliegende Rohre gehören zum gestalterischen Konzept. Wer keine Originalstruktur hat, kann mit Fototapeten oder selbstklebenden Wandpaneelen nachhelfen.
  • Einheitliche Holzstruktur
    Für ein harmonisches Gesamtbild empfiehlt es sich, bei Möbeln, Innentüren und Bodenbelägen auf ähnliche Holzstrukturen zu achten – besonders bei Parkett oder Dielenböden.

Verwandte Einrichtungsstile

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Minimalismus: Klare Linien, wenig Deko, Fokus auf Funktion
Scandi-Industrial: Skandinavische Schlichtheit trifft auf industriellen Charme

Fazit: Wer seinen Wohn- oder Arbeitsraum im Industrial Style neu gestalten möchte, setzt auf Türen von Goldacher – markant, funktional und stilprägend. In unserem Showroom in Armstorf erleben Sie Design zum Anfassen. Dank unserer engen Zusammenarbeit mit zahlreichen Herstellern finden oder entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen die perfekte Tür für Ihr Projekt.